Üben ohne großen Aufwand

Selbst beim Mountainbiken zählt der Spruch: „Übung macht den Meister“. Über das ganze Land verteilt existieren Übungsstrecken, die jeder Fahrer nutzen kann. Aus zeitlichen Gründen können die Trails nicht immer erreichbar sein. Wie können Sie trotzdem trainieren?

Die nächsten neun Übungen, auch zu finden unter Magazine, erlernen Sie bequem vor Ort oder im nächstgelegen Waldstück.

Neun Schritte zum Erfolg

  • Ein Schneckenrennen mit Ihren Mitfahrern veranstalten. Derjenige, der am längsten für eine Strecke braucht, ohne Fußkontakt zum Boden, hat gewonnen. Durch diese Balance-Übungen erhält jeder eine gute Kontrolle über das Rad.
  • Ein großer Platz ausgestattet mit ein paar Kegeln ist ein weiterer Testparcours. Indem Sie langsam an das Hütchen heranfahren, das Pedal nach unten stellen (Hütchenseite) und das Objekt zu sich nehmen, trainieren Sie ebenfalls Balance. Die Übung ist nur erfolgreich zu meistern, wenn Sie die Gewichtsverlagerung beherrschen. Das Ziel erreichen Sie durch fließende Bewegungen. Sobald sich das Hütchen in Ihrer Hand befindet, richten Sie sich auf und treten in die Pedale.
  • Das Ganze andersherum! Stellen Sie das Hütchen während der Fahrt wieder an seinen Platz. Je langsamer diese Übung ausgeführt wird, umso besser sind Ihre Fähigkeiten.
  • Den Kegel frei platzieren. Mit gemäßigter Geschwindigkeit anrollen, Sie benötigen einen Abstand von ungefähr 20 Zentimetern zum Gegenstand. Dann werfen Sie sich nach hinten, mit angewinkelten Armen und einer waagerechten Kurbel. Das Vorderrad hebt sich, indem Sie gleichzeitig das vordere Pedal treten. Währen das vordere Rad in die Luft geht, kicken Sie schwungvoll gegen das Hüttchen.

Die Schwierigkeit besteht darin, das gekippte Vorderrad abzufangen und danach weiter geradeaus zu fahren. Versuchen Sie, weich mit dem Oberkörper abzufedern.

  • Gerade Linien fahren können Sie überall üben. Im ersten Moment klingt das einfach, aber dem ist nicht so. Skinnies sind enge Stellen, über Baumstämme oder Gebirgskämme, diese gehören zu den Aufgaben der fortgeschrittenen Fahrer. Präzision und regelmäßiges Üben ist unabdingbar.
  • Der Trackstand lässt sich vor Ihrem Haus trainieren oder an der nächsten roten Ampel. Ihr Bike befindet sich im Ruhemodus. Für dieses aktive Stehen müssen beide Beine auf den Pedalen stehen. Durch diese Übung verbessern sich Ihre Starts und Stopps.
  • Der „Manual“ sollte gut geprobt sein, denn aus diesem ergeben sich einige weitere Übungen, wie zum Beispiel der „Bunnyhop“. Das Vorderrad streckt sich durch Ihre Gewichtsverlagerung aufs Heck in die Höhe.
  • Die Straßenmarkierungen in Ihrer Nachbarschaft lassen sich zum Üben verwenden. Den Anfang bildet der Manual und dann müssen Sie Ihr Gewicht nach vorne verlagern. Diese Vorgehensweise hilft Ihnen, Baumstämmen auszuweichen, die Sie auf Ihrem Weg ins Tal stören.
  • Treppenfahren ist ebenfalls ein Test, der zeigt, wie gut Sie felsiges Geländer überqueren. Die technischen Skills lassen sich in jeder Stadt gut erlernen. Sobald Sie sich auf den Stufen zu Hause fühlen, folgen die Manuals auf der Treppe.

Wo Anfänger die ersten Schritte wagen können!

Steilabfahrten und Stunts sind Herausforderungen die fortgeschrittene Biker gerne auf sich nehmen. Für Anfänger sind solche Strecken jedoch nichts. Durch viel Übung können Sie auch dorthin gelangen. Wo sind die besten Strecken zum Üben?

In Südkärnten baggerte Diddie Schneider die längste Flow-Country-Strecke der Welt. Diese Rollsplittbahn verläuft über 10 Kilometer, bei 1.000 Höhenmetern und 2 Metern Breite, den Berg hinunter. Niemals ist die Bahn zu steil. Für 28 Euro am Tag können Anfänger zu Profis mutieren.

Es ist ein schmaler Trail von 190 Höhenmetern. Mit vielen Kurven, kleinen Sprüngen und Wellen wird es dem Fahrer nie langweilig. Vergessen Sie allerdings nicht, dass in Sölden die Strecken erst ab Juni geöffnet sind.

Die ersten kleinen Hindernisse für Anfänger sind in dem Single-Trail über Waldboden verbaut. An einigen Stellen lauern Wurzeln, an denen schon manche gescheitert sind. Halten Sie Ihr Lenkrad gut fest. Der Wiesenalm-Trail erstreckt sich über 700 Höhenmeter.

Der Weg zeigt Charakter durch Minisprünge, kleine Wellen und Kurven. Gut zu verbinden ist der Trail im Zillertal auch mit dem Isskogel-Trail. Erreichen können Sie diesen über Gerlos.

In Willingen erwarten Sie zwei Strecken über 200 Höhenmeter den Ettelsberg hinunter. Einer dieser Trails schlängelt sich über 1,6 Kilometer ins Tal. Die Brechsandbahn ist wetterfest und sehr geräumig. Unterwegs treffen Sie auf Table-Sprünge, die bequem überrollt werden können.

Nach dem Einsteiger-Erlebnis reizt manchen dann die Northshore-Leiter, diese verläuft parallel. Auf dieser Strecke lassen sich Drops gut üben.

EU-Fördermittel verhalfen dem Bikepark im Vogtland 2015 zu einer Überarbeitung. Seit dieser Zeit existiert eine Flow-Line bis hin zur Talstation. Die Strecke ist nicht wirklich lang, es sind nur 1,2 Kilometer mit 130 Höhenmetern. Anfänger verfügen über eine lange Saison zum Üben. Ein Übungsparcours wartet sogar direkt an der Bergstation. Für alle aus dem Osten und Südwesten von Deutschland ist die Anreise ein Klacks.

Es werden nicht nur Pizza-Fans angelockt, sondern auch die absoluten Anfänger der MTB-Szene. Die Einsteiger-Lines fangen am Carosello 3000 an.

Die breiten Bahnen gleiten langsam über 3 bis 4 Kilometer runter ins Tal. In Planung sind fast zehn Trails mit einer Gesamtstrecke von 45 Kilometer, zurzeit sind allerdings schon eine Handvoll Bahnen offen. Die Brechsandbahnen sind aufgrund der Höhe erst ab Juni befahrbar. Im Winter ist die Gegend besiedelt von Wintersportlern.

Auf der Seite Bike-Magazine werden Details zu Preisen geliefert. Aufgrund des Pflegeaufwands liegen die Preise bei fast allen Bahnen zwischen 22 und 30 Euro. Sie können sicher sein, dass die Bahnen in einem einwandfreien Zustand sind.

Viele der Strecken verfügen über Liftanlagen. Der Aufstieg ist bequem zu bewältigen und Sie genießen einen langen abwechslungsreichen Abstieg. In den Preisen sind die Liftkarten inklusive.

Ausland

Weltweit ist Mountainbiking ein Begriff. Darum sind die beliebten Spots auf der ganzen Welt verteilt.

  • Neuseeland

Die Heimat der Kiwis besitzt eine Rekordzahl an Mountainbike-Strecken. Die meisten sind kostenfrei zu nutzen, wohingegen einige zu bezahlen sind. Im Ausgleich dazu führen Gondeln an die Spitze des Berges und ein spektakulärer Abstieg beginnt.

Selbst unter den UCI-Weltcup-Pros ist Neuseeland ein beliebtes Trainingsgelände geworden. Unzählige Downhill- . und Single-Tracks laden zum Fahren ein. Wem das noch nicht reicht, dem steht der traumhafte Gorge Road Dirtjumps zur Verfügung. Weitere Möglichkeiten finden Sie unter Neuseeland im Netz.

  • Kanada

Die Mama des Trail-Spots ist Whistler, beheimatet in Kanada. Die Berge von Selkirk sind im Winter in aller Munde, als Freeride-Mekka. Doch im Sommer wird diese Gegend auch immer beliebter. Die alten Bergbauhügel und die weitreichenden Pisten bieten Bike-Begeisterten das optimale Spielgelände. Damit Sie dort fahren können, brauchen Sie allerdings einiges an Erfahrung und harte Nerven.

  • Wales

Die Insel bietet selbst gebaute Spots innerhalb des Trail-Centers oder ganz natürliche Touren im Bike-Park Wales. Die MTB-Szene ist sehr aktiv, gerade deswegen besteht in Wales die Qual der Wahl.

  • Norwegen

Ganz bekannt ist der Hafjell Bike Park. Doch wer es lieber natürlich mag, kommt in Norwegen auf seine Kosten. Die Fjorde, eingeschlossen von Bergen, lassen es zu einer unvergesslichen Tour werden. Ist der Schnee ein wenig zurückgegangen, dann lohnen sich auch die Sunnmøre Alpen.

  • Finale Ligure

Dort erwartet Sie die perfekte Symbiose aus erstklassigem Trails mit atemberaubender Kulisse. Sie werden sich schon auf dem Weg zur Mittelmeerküste in die Gegend verlieben.

Deutschland

  • Thüringer Wald

Der Wald ist ein 150 Kilometer langer Mountainbike-Spielplatz. Das ganze Schiefergebirge weist eine Breite von 35 Kilometer auf.

Die Zivilisation ist ständig zum Greifen nahe, doch es bedeutet nicht, dass Sie an jeder Ecke einkaufen gehen können. Nach einer langen Tour könnten die Kräfte und die Zeit nahe Einkaufsmöglichkeiten wichtig werden lassen. Gut bepackte Brotboxen sind für den Goldisthal-Trail schon wichtig. Die fast 1.000 Meter hohen Gipfel ermöglichen zum Beispiel eine kräftezehrende Tour über 120 Kilometer mit 3.400 Höhenmetern.

  • Augsburg

Die eine Seite wird vom Lech bestimmt und direkt an das westliche Wohngebiet grenzen die Wälder. Sehr interessant ist die Region südlich der B300. Die Bundesstraße teilt den Naturpark in zwei Teile. Direkt hinter den Bergen der Stadt fängt der Naturpark an.

Allerdings müssen Sie ein gutes Auge für die kleinen Pfade beweisen. Ungeübte finden sich nicht auf Anhieb im Derchinger Forst (nord-westlich) zurecht. Dort warten viele wurzelige Natur-Trails auf den Sportler.

  • Die Eifel

Das Mittelgebirge liegt an der Grenze zu Belgien und Luxemburg. In der Eifel ist eine abwechslungsreiche Tour von fünf Tagen möglich.

Alle Wege führen nie direkt von einem Ort zum nächsten. Die uralte Vulkan-Landschaft lässt Sie staunen. Abwechselnd fahren Sie an Basaltkuppen, Schluchten oder steinzeitlichen Kultstätten vorbei. Dort lassen sich die mitgebrachten Leckereien entspannt verzehren.